DIM Institut

Das Deutsche Institut für Motivation (DIM) beforscht, wie Individuen, Organisationen und Gesellschaften ihre Stärken entwickeln und ihre Potentiale nutzen können. DIM transferiert diese Forschungsergebnisse in Anwendungskontexte. Das Institut arbeitet auf Grundlage des humanistischen Menschenbildes: Menschen haben das starke Bedürfnis, ihr volles Potenzial zu entfalten, um die Ebene der Selbsterfüllung zu erreichen – das Streben nach seelisch gesunder Selbsterfüllung, welches eine „konstruktive, lenkende Kraft [ist], die jeden Menschen zu generell positiven Verhaltensweisen und einem Wachstum des Selbst hinführt“ (Gerrig & Zimbardo, 2008, S. 522). Menschen sind im humanistischen Weltbild

  • aktive Geschöpfe,
  • die von Grund auf gut sind und
  • über die Freiheit der Wahl verfügen (Zimbardo, 2008, S. 12).

Die Veranstaltungen des Deutschen Instituts für Motivation thematisieren die eng verknüpften Bereiche (1) Motivation, (2) Wohlbefinden und (3) Zukunft.

(1) Motivation – Energie, Potential, Ziel

Motivation ist die Energie, die uns zum Handeln veranlasst. In der Forschung (Heckhausen, 2018) wird die Entstehung von Motivation als Interaktion von zwei Komponenten beschrieben.

  1. Person: Jede Person besitzt individuelle Bedürfnisse, Motive und Ziele
  2. Situation: Jede Situation bietet unterschiedliche Anreize und Angebote

Wenn die Motive einer Person durch die situativen Anreize angesprochen werden, resultiert eine hohe Motivation. Die Intensität der Motivation wirkt sich auf die Handlungsausführung aus, wodurch das Ergebnis der Handlung maßgeblich beeinflusst wird. Die Konsequenzen dieses Handlungsergebnisses haben häufig weitreichende Folgen.

Beispielsweise wird eine Person mit stark ausgeprägtem Leistungsmotiv von einer Wettbewerbssituation angesprochen, woraus eine hohe Motivation resultiert. Entsprechend hohes Engagement wird bei der Handlungsausführung gezeigt und die Wahrscheinlichkeit auf hohe Leistung, Zielerreichung und Erfolg steigt.

Während die Motivkonstellation einer Person relativ stabil ist, lässt sich die Motivation durch die Gestaltung der Umwelt und den Einsatz von Strategien beeinflussen. Das Ziel ist die Einheit und Ergänzung von Motiven und Umwelten.

(2) Wohlbefinden (Mental Health) – Mehr als Glück und positives Denken

Als Wohlbefinden wird die mentale Gesundheit bezeichnet und ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Das Entfernen einer Krankheit bedeutet, dass ein Patient vom Status -5 auf 0 kommt – doch damit ist er zunächst einmal leer (Seligman, 2012, S. 85). Als Wohlbefinden wird der positive Bereich des Kontinuums bezeichnet, an dessen Ende das Flourishing (+5) steht.

Das Wohlbefinden von Individuen, Organisationen und Gesellschaften findet zunehmend Beachtung, da der Wohlstand einer Gesellschaft und der Erfolg von Politik nicht mehr ausschließlich am Bruttoinlandsprodukt gemessen werden. Als alternative Wohlstandsindikatoren dienen inzwischen der Bericht der Bundesregierung zur Lebensqualität in Deutschland oder der Better Life Index der OECD.

Der US-amerikanische Psychologe Martin Seligman beschrieb das Konstrukt des Wohlbefindens mit fünf unabhängigen Elementen (PERMA-Schema).

Durch das Ausleben und die Förderung dieser fünf Elemente lässt sich das Wohlbefinden und damit das Flourishing steigern.

(3) Zukunft

Motivation ist eine Zielspannung, die auf zukünftige Zustände ausgerichtet ist. Daher beschäftigen wir uns mit der Erforschung, Planung und Gestaltung von möglicher Zukünfte.

Heiße Leistung – Ein humanistisches Leistungsparadigma

Das Deutsche Institut für Motivation orientiert sich an einem innovativen Leistungsbegriff:

Leistung = (Arbeit x Wohlbefinden) / Zeit

Er wird als heiße Leistung beschrieben – ein Begriff, der von der deutschen Lernforscherin Michaela Brohm-Badry (2017) geprägt und definiert wurde. Die Leistung im physikalischen Verständnis (Leistung=Arbeit/Zeit) bezeichnet Brohm-Badry als kalte Leistung, die durch eine „Verdichtung von Lern- und Arbeitszeit“ (S. 11) steigern lässt. Die Folgen hiervon sind u. a. Burnout, Depression und Demotivation. Der kalten Leistung wird nun die heiße Leistung entgegengesetzt, die durch Wohlbefinden als Zähler in einem multiplikativen Verhältnis zur Arbeit ergänzt wurde.

Das Deutsche Institut für Motivation fördert Heiße Leistung.

Literatur

Brohm-Badry, M. (2017). Warum wir Leistung neu denken sollten: Weckruf für ein humanistisches Leistungsparadigma. In M. Brohm-Badry, C. Peifer & J.M. Greve (Hrsg.), Positiv-Psychologische Forschung im deutschsprachigen Raum – State of the Art (S. 8–17). Lengerich: Pabst Science Publishers.

Gerrig, R. J., Zimbardo, P. G. (2008). Psychologie (18. aktualisierte Auflage). Hallbergmoos: Pearson Studium.

Heckhausen, J., Heckhausen, H. (2018). Motivation und Handeln (5., überarbeitete Auflage). Berlin: Springer-Verlag GmbH Deutschland.

Seligman, M. E. P. (2012). Flourish – Wie Menschen aufblühen. Die Positive Psychologie des gelingenden Lebens. München: Kösel-Verlag.